Jedes Jahr Anfang September feiert mein katalanischer “Heimatort” Festa Major, ein Patronatsfest, das aber anders als in Deutschland über 10 Tage gefeiert wird.

Und ich bemühe mich, jedes Jahr mitfeiern zu können. Da das Festprogramm so umfangreich und so abwechslungsreich ist, komme ich in dieser Zeit mit Mühe und Not zum Nötigsten, Faserfimmeln läuft so lange auf Sparflamme.

Für alle Interessierten gibt’s bei Klick auf “continue reading” einen Bericht von den Festlichkeiten mit einigen Bildern.

Faserfimmeligen Content kann ich dann wahrscheinlich nächste Woche wieder bieten.

Allen Teilnehmern am Ravelry-Treffen wünsche ich ganz viel Spaß!

Eine Festa Major ist ein Patronatsfest; gefeiert wird der Namenstag der- oder desjenigen, dem eine Kirche geweiht ist.

Nach katalanischem Gesetz darf jede Stadt zwei Feiertage im Jahr selbst bestimmen, an denen dann u.a. auch die Geschäfte geschlossen bleiben können. Wir haben drei Kirchen am Ort, also drei Patronatsfeste zu feiern. Die beiden, die im Sommer liegen, haben je einen offiziellen Feiertag.

Bei uns im Ort gibt es am ersten Samstag im September eine sogenannte Nit del Foc, eine Feuernacht, in der im alten Ortskern feuerspuckende Bestien, Feuerteufel und allerlei Feuergewerks ihr Unwesen treiben. Das sieht dann so aus:


Feuerspeiende Bestien


Feuerteufel mit sog. “Lauffeuer” – Correfoc


Teufel


Wegen des vielen Feuers werden alle Schaufenster vorher abgeklebt

Und weil es nachts zu gruselig für die Jüngeren ist, bekommen die ihre Veranstaltung vorher, wenn es noch hell ist. Hier sind dann alle Aktuere – Teufel, Trommler – Kinder.


Hinterher gibt’s eine Xocolatada – Schoki für alle Teufel

An einem anderen Tag gibt es traditonell Castells, katalanische Menschentürme, von denen ich ein absoluter Fan bin:

Am eigentlichen Festtag dann gibt es einen Umzug durch den Ort, zu dem auf jeden Fall unsere Riesen gehören.


Auf diesem Foto seht Ihr sie alle, sie sind überlebensgroß und haben alle ihre Persönlichkeit und natürlich einen Namen.


Das hier zum Beispiel ist Cabo Quinones, ein teuflisch guter Tänzer.
Bei den Festen tanzen die Riesen durch die Straßen, dazu schlüpft ein Mensch unter sie:


Das ist natürlich anstrengend, besonders bei der Hitze!

Auch hier haben die Jüngeren ihren Teil: Die Schwellköpp “Nanos”:

10 Tage lang gibt es hier alle möglichen Veranstaltungen – spezielle für Kinder, eine Disco-Nacht, Folk-Konzerte, Vermutadas (gemeinsames Trinken von Vermut nebst Knabbereien und vor allem gemeinsames Schwätzen vor der Kirche), einen Tag der Vereine, einen Duathlon, Fußballspiele, eine Ehrung aller Frauen und Mädchen im Ort, die den gleichen Namen tragen wie die Patronin der Kirche (in unserem Fall Maria del Cami) und natürlich jede Menge traditionelle Aktionen wie Feuerteufel, Stocktanz, Sardana und Castells.