In letzter Zeit werde ich ganz häufig gefragt, welchen Webrahmen ich denn empfehlen könnte. Diese Frage möchte nun mal hier im Blog beantworten.

Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung; andere WeberInnen haben sicherlich eine andere Meinung.

Ich selbst besitze drei Webrahmen:

  • Einen Knitters Loom, 30 cm Webbreite,
  • eine Kromski Harfe, 60 cm  Webreite und
  • einen Ashford Rigid Heddle Loom, 80 cm Webbreite,

alle drei mit dem jeweiligen Standfuß.

Mein allerliebster Liebling ist der Knitters Loom, weil er für mich einfach ideal ist (wie gesagt, für mich. Andere Weber, andere Lieblingsrahmen).

Es fängt damit an, daß man KEINEN Bastelsatz bekommt, wenn man ihn bestellt, sondern einen fertigen Webrahmen, an dem man nur noch einige wenige Dinge richten muß. (Die beiden anderen Rahmen kamen als Bastelsatz – der Kromski-Rahmen war eine Herausforderung (die ich ohne meinen Mann vielleicht nicht hätte meistern können – Live-Bericht), der Rigid Heddle war besser, aber er kommt unlackiert und ich habe mir die Mühe gemacht, ihn erstmal zu ölen – zum Live-Bericht ).

Man kann den Knitters Loom mit der Kette drauf zusammenklappen und er ist trotzdem stabil (die Harfe kann man auch zusammenklappen, aber die ist instabiler).

Man kann ihn in eine Tasche stecken und überall mit hinnehmen – z.B. zum Stricktreffen oder in den Urlaub oder….

Er ist durchdacht. An ihm stimmt einfach jedes Detail. Stabil, klappbar, wenig Stellen, an denen das Garn hängenbleiben kann und und und. Er ist schnell mit einer Kette zu versehen, für ihn gibt es Kämme von 20/10 bis 50/10 (für die Harfe gibt es nur 30/10, 40/10 und 48/10).

Bei den Standfüßen ist der für den Ashford Rigid Heddle garnicht in der Neigung zu verstellen, der für die Harfe hat vier verschiedene Winkel und der Knitters Loom ist stufenlos verstellbar. Man kann mit dem Knitters Loom also prima im Fernsehsessel weben, braucht nicht auf einen normal hohen Stuhl zu wechseln.

Der Knitters Loom ist psychologisch von Vorteil, weil er schnelle Erfolge garantiert und einem das Scheren nicht endlos erscheint. Und ein Schal mit einem 20/10er Kamm ist wirklich ruckzuck fertig.

Die Kromski-Harfe ist optisch am schönsten – sie ist aufwendig gedrechselt, schön lackiert (ab Werk) und macht optisch wirklich was her. Dafür bleibe ich mit dem Garn oft an den vielen Schnörkseln hängen – und auch an den Schrauben, die meines Erachtens nicht so optimal positioniert sind.

Für den Rigid Heddle und die Harfe gibt es einen Second Heddle Kit, also die Möglichkeit, einen zweiten Kamm zu montieren, was die Möglichkeiten stark erweitert. Darauf muß man beim Knitters Loom verzichten.
Nachtrag: Das hat sich geändet – es gibt jetzt auch ein Second Heddle Kit für den Knitters Loom!

Der Rigid Heddle ist mit seinen 80 cm Webbreite schon riesig – quer paßt der nicht mehr durch eine Tür… Dafür ist er am vielseitigsten – bis 80 cm Webbreite, zweiter Kamm möglich, Kämme von 20/10 bis 50/10 erhältlich – er ist der, der alles kann und ggf. mitwächst mit den Kennntnissen und Anforderungen.

Meine Empfehlung für einen blutigen Anfänger ist ein Knitters Loom, weil er einem den Start leicht macht. Allerdings hat er Grenzen – z.B. in der Breite und der Erweiterbarkeit.

Für erfahrene Weber ist der Rigid Heddle mit seinen unzähligen Möglichkeiten vielleicht die beste Wahl.

Und die Harfe empfehle ich allen, denen die Optik und die Haptik wichtig ist. Sie ist halt ein Schönling… 😉

Positiv an der Harfe ist auch, daß sie ihren eigenen Schärrahmen mitbringt – dreht man sie auf den Bauch, hat sie Löcher für kleine Rundhölzer und man kann so die Kette scheren – Live-Bericht.

Mit den Modellen anderer Hersteller habe ich keine Erfahrungen.