Kleidung aus selbstgewebten Stoffen zu nähen ist anders, als welche aus gekauften Stoffen zu nähen. Einerseits webt man auf Rahmen eher selten in den gängigen Stoffbreiten, andererseits will zumindest ich meine selbstgewebten Stoffe nicht allzu sehr zerstückeln oder “patchworken”.

Optimal wären also Schnitte, die von schmaleren Stoffbreiten ausgingen.

Aktuelle Bücher zum Thema “Kleidung aus auf Rahmen selbstgewebten Stoffen nähen” gibt es kaum.

Bei Ashford ist ein Buch erschienen, das ich geschenkt bekommen habe, das “Book of projects”, speziell für die Knitters Loom Rahmen erdacht:

Ashford Knitters Loom

In dem Buch sind schöne, zeitgemäße Modelle, zwei gefallen mir ausnehmend gut. ABER und jetzt kommt das große ABER:

Der Webprozeß ist genau beschrieben, aber wenn es zum Zuschneiden und Nähen kommt, heißt es lapidar “We used a commercial pattern und overlocked the edges. Place the pattern on the fabric….”

Keinerlei Hinweis, WELCHES Pattern. Kein Hinweiss darauf, für welche Größe das Ganze gedacht ist, nix. Damit ist das Buch für mich nicht mehr als ein Werbeprospekt dafür, was man mit dem Knitters Loom alles machen kann. Das Wie bleibt für mich unbeantwortet. Und dafür ist das dünne Heftchen für meinen Geschmack relativ teuer…

Kleidung weben auf dem Webrahmen” ist in den 80er Jahren erschienen und bietet entsprechende Modelle.

weben

Zu allen Modellen sind Schemaschnitte enthalten, die sich dann natürlich auch leicht verkleinern oder vergrößern lassen. Auch dabei sind “in Form gewebte” Kleidungsstücke, also solche, die nicht aus rechteckigen Bahnen genäht werden, sondern für die ein Webstück in Form einer Weste gewebt wird (Weben mit verkürzten Reihen sozusagen – was voraussetzt, daß der Rahmen breit genug ist).

Gute Tips (und einige 80er-Jahre Modelle) bietet übrigens auch “Hands on Rigid Heddle Weaving“.

Rigid Heddle weaving

Es enthällt für meinen Geschmack zahlreiche gute Ideen, so zum Beispiel auch Konzepte für Schnitte aus schmalen Stoffbahnen. Für unterschiedliche schmale Stoffbahnen sind Schema-Zeichnungen für Schnitte enthalten, alle Schnitte im Buch sind so konzipiert, daß es wenig “Verschnitt” gibt, die Bahnen also optimal ausgenutzt werden.

Und dann gibt es noch “Handweben Individuelle Kleidung” von Catherine Gourlat (Danke für den Tip,  Mara!). Das habe ich gerade antiquarisch bestellt und werde berichten, sobald ich es in Händen halte.

NACHTRAG: Das Buch ist da und klasse!