Alle, die hier öfter lesen, kennen bestimmt schon Rasmus, meinen vierbeinigen Freund aus dem Tierheim.

Da er gerade eine neue Macke etabiert, hier mal eben die Anekdote dazu:

Rasmus ist ein Mischlingshund aus einem spanischen Tierheim – und eine Handaufzucht. Das wußte ich von Anfang an, dachte mir aber nix dabei (irgendwann las ich, daß ein Gorilla, der mit der Flasche großgezogen wurde, der Meinung war, seine Braut müßte blond sein und einzig der blonden Pflegerin beharrliche und sehr zudringliche Avancen machte – da wurde ich nachdenklich).

Irgendwie aber ist Rasmus dichter dran an uns Menschen als alle seine Vorgänger. Und so etabliert er das, was ich Macken nenne.

Das letzte Beispiel: Um die Kaffeezeit kocht einer bei uns Kaffe und fragt laut, wer noch einen will. Kommt als Antwort ein Ja, folgt meist die Frage “Möchtest Du auch einen Keks dazu?” KEKS ist eines der Worte, die Rasmus aus dem dicksten Redeschwal herausfiltert. Und schon sitzt er vor dem Fragenden, lächelt von einem Ohr bis zum anderen und nickt – ja, ER möchte bitte einen Keks haben. Daß er nicht gefragt war – das kann garnicht sein.

Mittlerweile sitzt er schon grinsend und nickend da, wenn die Kaffeemaschine anspringt. Hhm. Wer erzieht hier wen?

Seine neue Macke ist dafür zu sorgen, daß Frauchen Feuer macht. Nach Feierabend macht bei uns jemand Feuer im Kaminofen im Wohnzimmer (jedenfalls noch, es wird ja Frühling). Wenn Frauchen das macht, kniet sie sich vor den Ofen, setzt das Feuer auf, zündet es an und bleibt dann noch solange davor hocken, bis es ordentlich zieht. Das widerum findet Rasmus Klasse. Er setzt sich auf meinen Schoß und läßt sich den Pelz kraulen.

Und jetzt kommt die Macke: Bis letzte Woche hat er gejammert, wenn Herchen das Feuer aufsetzte und dann wegging – keiner kraulte ihn. Seit heute beschließt Rasmus, wann Feierabend ist und sitzt jammernd neben Frauchens Schreibtisch. Die denkt dann, oh nee, der muß mal raus, das paßt jetzt aber garnicht, ich will noch schnell was fertig machen. Aber nee, unser pelziger Freund ist bloß der Meinung, es sei Zeit für den Feierabend, der natürlich mit einer Kraul-Session vor dem Kamin beginnt (und die ist natürlich erfolgt, sonst könnte ich jetzt nicht wieder am Computer sitzen).

Wenn jeder den Hund hat, den er verdient – was habe ich dann getan????