gefällig?

Seitdem er denken kann, war Rasmus’ Frauchen montags abends zum Musizieren im Nachbarort. Sie nahm irgendwann das Auto, fuhr ‘rüber, musizierte und pünktlich um viertel vor zehn machten sich Herr und Hund zu Fuß auf den Weg in den Nachbarort, erledigten so ihr Abend-Gassi, holten Frauchen ab und fuhren alle zusammen im Auto zurück.

Rasmus fand das klasse. Alle Musikanten kannten ihn von klein auf, begrüßten ihn herzlich, kraulten ihm den Bauch oder die Ohren, sprachen nett mit ihm.

Irgendwann wußte er von alleine, wann es viertel vor zehn war. Und irgendwann wußte er irgendwie auch, wann es Montag war.

Und irgendwann dann fiel der Montag auf einen Feiertag – nix mit Frauchen und Musizieren. Aber pünktlich um viertel vor zehn geht Ramus zu seinem Herrchen und schubst ihn – Los, komm, zieh’ die Schuhe an, wir holen Frauchen ab!

Der schüttelt verwundert den Kopf und erinnert daran, daß Frauchen direkt neben dem Hund im Sessel säße.

Rasmus schubst aber weiter. Montags abends wird Frauchen abgeholt. Basta!

Und neuerdings (hmpf – seit über einem Jahr) ist Frauchen freitags zum Stricktreff in Frankfurt – so wie heute.

Und so besteht Rasmus neuerdings auch freitags abends darauf, Frauchen abzuholen. Daß sie nicht im Nachbarort ist – spielt keine Rolle. Daß sie nicht um viertel vor zehn abgeholt werden will – spielt keine Rolle. Herrchen wird geschubst und aufgefordert, jetzt aber endlich die Schuhe anzuziehen.

Die sich daran anschließende Diskussion kriege ich ja nicht live mit, aber sie muß nach den Berichten meines Mannes ziemlich zäh sein. Gehen die beiden dann Gassi, will Rasmus schnurstracks in den Nachbarort laufen – und Herrchen die Standard-Abendgassi-Tour einschlagen. Und das sind natürlich zwei verschiedene Richtungen…

Rasmus Welt ist erst wieder in Ordnung, wenn ich nach Haus komme – dann kann er auch endlich sein Abendessen verspeisen.

Er hat halt doch ein Gewohnheitstier in der Ahnenreihe, oder??

Trotz allem aber freue ich mich auf’s meet-to-knit heute abend!