Ich liebe Schals. Und ich bin fasziniert vom Möbiusband. Logischerweise mag ich auch Möbius-Schals.

Und für die gibt es ja verschiedene Arten der Herstellung.

1) Man strickt einen ganz normalen Schal und näht ihn zum Möbiusband zusammen.

2) Man verwendet diese Methode – Maschen werden auf einer Rundnadel angeschlagen und von der Unterseite her nochmal aufgenommen

3) Man verwendet den “Moebius Cast-on” von Cat Bordhi.

Ersteres habe ich oft getan, ergibt aber eine blöde Naht.

Zweites war irgendwie nie mein Ding, außerdem gibt es eine auffällige Mittel-“Rippe”.

Drittes habe ich diese Woche ausprobiert – und bin begeistert.

Sieht nach nix aus, das Gestricks, ich weiß. Aber es hat es in sich!
Nachdem The Magical Knitting nun auch endlich bei amazon.de erhältlich ist, mußte ich zuschlagen. Schon lange hatte ich ein Auge auf das Buch geworfen, es aber aus den USA zu bestellen, war mir zu aufwändig.

Aber nu isses ja da. (Wer reinsehen will, kann das hier tun. Die Autorin bietet ein pdf zum Download an – der Moebius Cast-on ist darin natürlich nicht erklärt).

Das Gute an ihrer Methode: Man sieht nix. Der Schal wächst zwischen den beiden Wicklungen der Rundnadel und die Startreihe hebt sich nicht ab.

Rechts und links seht ihr das “Seil” der Rundnadel durchblitzen. Dazwischen entsteht der Schal, sozusagen quergestrickt. Die eine Hälfte glatt links, die andere kraus rechts, wenn man nur rechte Maschen strickt.

*Stöhn* Das Ganze ist wirklich schwer zu erklären. Man muß es machen. Und bei einem Schal, der ja keine Außen- und keine Innenseite hat, weil das Möbiusband keine solchen hat, etwas zu beschreiben, ist arg ungemütlich.

Die Anleitung zum Moebius-Cast-on (MCO) habe ich direkt beim ersten Mal umsetzen können – allerdings hatte ich keine Ahnung, was ich tue.

Ich habe blind vertraut. Und einfach getan, was da stand. Und beim Stricken kommt man dann ins Grübeln. Und auf neue Ideen.

Und dann liest man das Buch weiter. Und entdeckt, wieviel tolle Ideen da noch drin sind. (Beim ersten Duchblättern dachte ich, es seien überwiegend Möbius-Schals der gleichen Machart, aber weit gefehlt! )

Cat Bordhi zeigt auch, was so alles passiert, wenn man nach ihrem Prinzip Zunahmen arbeitet (-> Ponchos, Schultertücher), die Hälfte der Maschen abkettet und nur mit dem Rest weiterarbeitet (-> Schalen, Körbe, Mützen etc). Und natürlich, wie man einen Strumpf strickt, der keine Innen – und keine Außenseite hat und in den man folglich seinen Fuß auch nicht wirklich hineinstecken kann.

Obercool! Genau meine Sorte Anregung!

Klar auch, daß man natürlich nach ihrem Prinzip auch mit verkürzten Reihen arbeiten kann, oder?? Ich hoffe, ich werde bald einige dieser Ideen zeigen können.

Cat Bordhi hat übrigens auch eine Seite mit freien Anleitungen, darunter ist auch eine gefilzte Tasche für die Denise-Nadeln. Vielleicht interessiert das jemanden.

Müßig zu sagen, daß die Denise-Nadeln für am Stück gestrickte Möbiusschals einfach klasse sind…