Die Knitting Olympics spuken in meinem Kopf herum.

Ich bin geradezu versessen auf Aktionen, die Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringen. Die “Knitters in Europe” Initiative finde ich einfach großartig und letztlich war sie der letzte Schubser, den ich brauchte, um aktiv zu bloggen.

Ich bin oft genug Ausländer, um zu wissen, wie gut es ist, wenn Menschen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg den Kontakt suchen und man Dinge (er)klären kann.

Ich bemühe mich, den Ausländern, die in Deutschland um mich herum leben, ein wenig entgegenzukommen und vielleicht zu helfen. Nach meiner Erfahrung sind es die Kleinigkeiten, die viel bedeuten. Ein Gruß, ein Lächeln, Hilfe bei Alltäglichem. Heute z.B. habe ich mit meiner schottischen Nachbarin über Krankenkassen, Heizkostenvorauszahlungen und Abbuchungsaufträge für die Telekom gesprochen. Nix großes, aber nach meiner Erfahrung das, was den Alltag leichter oder schwerer macht.
Umgekehrt habe ich in Spanien José, meinen “Katalonien-Erklärer”, der sowas umgekehrt für mich tut.

Sport im Fernsehen gucke ich nie. Oder jedenfalls fast nie.

Aber darum geht es bei den Knitting Olympics ja auch gar nicht. Mich fasziniert die Vorstellung, mit fast 2000 Strickern weltweit die Eröffnungsfeier zu schauen und zeitgleich Maschen anzuschlagen. Mich fasziniert die Vorstellung während der Spiele mit anderen in Verbindung zu stehen und auf ein Ziel hinzustricken – über Grenzen und Ozeane hinweg.

Zeit allerdings habe ich mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht genug.

Was soll ich jetzt tun? Teilnehmen und die fehlende Zeit als Challenge betrachten? Hmpf.

Und jetzt gibt es auch noch ein Team Wales. Zu Wales habe ich aus verschiedenen persönlichen Gründen (u.a. hat mein Mann dort mal länger gelebt) eine spezielle Beziehung. Und im Sommer werde ich dort sein! Vielleicht mit dem Pulli, den ich während der Knitting Olympics gestrickt habe? Da ich die Aufnahmekriterien erfülle, könnte ich mich dort bewerben. Hmpf.

Die Verführung ist einfach zu groß, lediglich die Zeit… Ahhh!