Gestern wurde Skully fertig. Trocken ist er allerdings noch immer nicht.

Hier bei uns ist es zur Zeit naß, kalt und regnerisch. Auf Malle sind’s ja angeblich 20 Grad – aber hier definitiv nicht. Ich habe gestern alter Gewohnheit folgend alle nach dem Filzen nassen Sachen (Handtuch, Skully) auf den Balkon gehängt mit dem Ergebnis, daß sie heute früh mindestens ganauso naß sind wie gestern nachmittag.

Skully hängt jetzt auf dem Handtuchhalter über der Heizung im Bad. Wäre doch gelacht, wenn ich den Kerl nicht trocken bekäme

Bilder gefällig?
Skully vor dem Walken

Zum Größenvergleich mit “Shadow Knitting”, das die Größe (fast) aller Interweave-Bücher hat

Und nach dem Walken

Ein Bild vom ganz fertigen Skully folgt, sobald der Kerl trocken ist!

Erfahrung gefällig?
Gestrickt hat sich das Kerlchen ruckzuck. Mit Einstrickmustern habe ich keine Probleme – solange ich in Runden stricken kann. Folglich war mir vor Skully etwas mulmig, weil der ja in Hin- und Rückreihen gestrickt wird. Es ging aber in sofern gut, als das Muster kaum kurze Farbwechsel hat.

Das wiederum war dann ein Problem, mit dem ich nicht gerechnet hatte – Spannfäden über 20 Maschen! Ich habe die Fäden unterwegs verkreuzt; aber mit Nadeln, die gut eine Nadelstärke zu dick für das Garn sind, war das kein echtes Vergnügen. (Ich stricke mein Strickgefilztes immer mit etwas zu großen Nadeln, damit das Garn Platz
zum Shrumpfen hat).

Als er fertig gestrickt war, sah er einfach doof aus. Aber von meinen anderen Strickfilzprojekten weiß ich, daß das völlig normal ist. Und auch dieses Mal hat er sich nach dem Walken von seiner besten Seite gezeigt.

Ich habe ihn in Ermangelung eines Trockners übrigens von Hand angefilzt und gewalkt. Ich filze nicht in der Waschmaschine, weil ich da den Vorgang nicht zu dem Zeitpunkt unterbrechen kann, den ich für den richtigen halte. Und außerdem haben wir hier in Spanien ein Toplader – da sehe ich überhaupt nicht, wie’s meinem Werkstück geht…

Was er wiegt, weiß ich noch nicht, da ich vergessen habe, ihn im trockenen Zustand zu wiegen. Und naß nützt es nix. Gesponnen hatte ich ca. 130 Gramm Gotland- und ca. 100 Gramm Shetlandwolle; vom weißen Shetlandgarn ist noch viel übrig (es reicht wohl noch für den Buchstaben im Harry-Potter-Pulli für meinen Mann, aber davon später mehr), vom grauen Gotlandgarn sind noch geschätzt 40 Gramm übrig.

Als ich dann gestern abend die Space verstrickte – Ihr glaubt nicht, wie weich und schmusig die einem vorkommt, nach soviel Skully.

Ich hoffe, schon bald etwas zum Feltalong vorzeigen zu können, aber zur Zeit habe ich nocht nicht abschließend geklärt, wie ich die ganzen Wollfluseln davon abhalte, durch den Abfluß zu sausen und alles zu verstopfen (unsere Abwasserleitungen hier sind extrem sensibel). Ich habe so ein Abfluß-Siebchen aus Deutschland mitgebracht, aber das ist für den spanischen Abfluß zu klein. Jetzt muß ich mir erst noch was
einfallen lassen. Hat jemand eine Idee?