habe ich gestern gefilzt.
So hat alles angefangen:

Und das wurde daraus:

Mein Mann ist fest davon überzeugt, daß es sich um eine Graugnomin handelt. Für ihn war sie sofort „lebendig“ und eine eigene Persönlichkeit. Seit seiner spontanen Reaktion sehe ich meinen Graugnom als Graugnomin. (Kennt sich zufällig einer meiner Leser mit der Geschlechtsbestimmung bei Graugnomen aus?)

Das erlebe ich derzeit häufig: Ich nadelfilze ein Wesen, bin während des Entstehungsprozesses durchaus zweifelnd, ob das Ganze etwas wird (ich habe vorher keine genaue Vorstellung, was und wie es werden soll/wird) und wenn es Dritte sehen, entdecken sie sofort Persönlichkeitsmerkmale, die mir als „Mutter“ bisher nicht aufgefallen waren, die sich dann aber sofort übernehme.
Als ich letzte Woche den kleinen, braunen Hund verschenkte, stellte meine Freundin ihn eine Weile vor sich auf den Tisch, um ihn zu betrachten und sagte dann plötzlich „Hört mal, wie der ausatmet“. Und: Wir haben es alle gehört! Schon merkwürdig, welche Macht diese kleinen Wesen über ihre Betrachter haben, oder?

Die Graugnomin und ich hatten heute eine Fotosession. Ich hatte geplant, sie auf den Felsen am Strand abzulichten. Dort war es aber zu windig und bei ihrem Fliegengewicht war das dann nicht so ganz die richtige Location. Mein Mann fragte, wie es denn gewesen sei, am Strand.

Ich: Huuuiii. Sie ist mir im hohen Bogen davongeflogen.
Er: Dann steck’ ihr doch eine Stricknadel ins Kreuz, zur Stabilisierung.
Ich: Ich stecke ihr doch keine Nadel in den Po!
Er: Gestern hast Du das aber stundenlang getan…

Hhm. Sachlich richtig. Aber heute bringe ich das nicht mehr übers Herz.