Toller Start in den Sonntag
Der Morgen fing heute prima an – mit einem gemütlichen, geruhsamen Frühstück zu zweit:
Dann klingelte der Nachbar, er habe vor unserer Tür ein Paket gefunden und wenn es sonntags zugestellt worden sei, sei es doch bestimmt wichtig?
Keine Adresse, einfach nur “Für Silke”.
Spannend!
Kiste von außen betrachtet – ein französischer Weinkarton.
Innen drin Wolle vom Ouessant-Schaf – zur Verfügung gestellt von meinem Neffen, der in Frankreich Schafe hält.
Nachgeschlagen in einem meiner aktuellen Lieblingsbücher
“The Fleece & Fiber Sourcebook” (Link zu Amazon) – dieses Buch ist einfach der Wahnsinn. Ich kenne kaum Titel, die so sorgsam aufbereitet sind (alle Bücher von Deb Menz, die ich bisher gelesen habe, gehören übrigens auch in diese Kategorie). Über 200 verschiedene Wollsorten werden samt ihrer Lieferanten vorgestellt. Jede auf mindestens einer Doppelseite. Mit vielen, vielen Fotos. Vom Schaf, von der Rohwolle. Gesponnen, gewebt, verstrickt. Irre!
Na, jedenfalls kennt das Buch natürlich auch das Ouessant-Schaf:
Die erste Probe der Rohwolle hat bereits ein entspannendes Schaumbad genommen
Gewaschene Wolle ist ja immer heller als ungewaschene, klar – aber diesmal finde ich den Kontrast ziemlich stark. Fotos folgen, sobald die Wolle trocken ist.
Das Ouessant-Schaf (Link zu Wikipedia) jedenfalls ist ein bretonisches Zwergschaf und meistens schwarz. Ich habe eine der selteneren weißen Wollen erwischt.
Foto: BS Thurner Hof über Wikipedia
Wenn die Woche so weitergeht, wie der Sonntag begonnen hat, würde ich mich nicht beschweren…
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Hund auf’m Rad
Nein, Rasmus hat nicht auf seine alten Tage noch Fahrradfahren gelernt – ich spinne Hund, Samojede, um genau zu sein.

So sieht er aus, der Hund:

Bild: Wikipedia
Und so das Single-Garn:

Die Wolle war ein Geschenk von Gudrun - nochmal vielen Dank!
Werden sollen daraus ein Paar Socken – ein Freund von mir hat sich aus der Türkei ein Paar Socken aus Hundewolle mitgebracht und ist total begeistert. Mal schauen…
Anfänglich war der Geruch der Wolle etwas streng, aber nach einer gründlichen Wäsche ist der komplett verschwunden. Prima – vor vielen Jahren hatte ich mal einen Versuch mit Wolle vom Berner Sennen Hund gemacht und da habe ich den Geruch nicht herausbekommen und deswegen das Spinnen abgebrochen. Es roch halt doch zu arg nach Hund. Aber der Samjede ist vollkommen ohne jedes Aroma.
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Seidiges Kamel
Sieht das gut aus?

Ich mag ja Kamelfasern – aber zum Spinnen sind die für mich nicht sooo toll. Aber wenn man 50% Seide daruntermischt, ist es ziemlich klasse…

100 Gramm sind versponnen, heute wird gezwirnt und geschwaschen. Werden soll daraus dann ein Schmuse-Schal.
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Fixieren im Dampftopf
Die Idee mit dem Fixieren im Dampftopf stammt nicht von mir, sondern von Wiebke (die leider keinen Blog hat). Sie macht das schon sehr lange und sehr erfolgreich.
Wenn Ihr es auch probiert, macht sicherheitshalber erstmal einige Proben; ich übernehme keinerlei Garantie dafür, daß dieses Verfahren jederzeit mit jeder Wolle und jedem Dampftopf funktioniert!
Und so geht’s bei mir:
- Die Wolle in einen Knäuel wickeln. Ich bevorzuge die flachen mit dem Loch in der Mitte, die mit einem Knäuelwickler entstehen. Die passen prima in meinem Dampftopf und sind nicht so kompakt wie mit der Hand gewickelte “Bälle”.
Es ist wichtig, daß das Single-Garn “gestreckt” ist, wenn es in den Topf kommt und nicht entspannt im Strang! Es wird ja fixiert und zwar in dem Zustand, in dem es sich im Dampftopf befindet. Also Knäuel und nicht Strang!

- Wasser in den Dampftopf füllen, Einsatz aufsetzen, die Wolle ohne Wasserkontakt in den Einsatz setzen, Topf verschließen, auf den Herd stellen, Feuer drunter, Wasser kochen, bis der Nupsi aus dem Deckel gekommen ist.

- Den Topf auf dem Herd abkühlen lassen. Nicht sofort öffnen, auch wenn’s schwer fällt und die Neugier riesig ist – aber das Ergebnis ist besser!
- Die Wolle entnehmen und auf Stränge wickeln. Die Stränge trocknen lassen.
(Man kann auch die Knäule trocknen lassen, aber das Garn wird schöner, wenn man es in Strängen trocknet. In Knäulen getrocknetes Garn sieht stellenweise (das, was ganz innen im Knäuel war) aus, wie schonmal gestrickt und aufgeribbelt.) - Die Stränge wieder auf Knäuel wickeln und stricken.
Ich habe erste Tests mit Edelfasern (Kamel, Seide, Mohair) gemacht; keine der Fasern hat Schaden genommen, weil ja nicht gekocht und bewegt, sondern nur im Dampf “gegart”
Aber bitte, bitte: Macht Euren eigenen Versuche!
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Fixieren im Dampftopf – Setting the twist in a pressure cooker
Ich bekomme derzeit viele, viele Fragen wegen des Fixierens im Dampfkochtopf gestellt – ich werde sie nach und nach beantworten; bitte noch ein wenig Geduld.
I am currently recieving many emails asking about my experiments with setting the twist in a pressure cooker – I will answer them all eventually; please have some patience.
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Schön war’s,
das Schauspinnen. Nette Leute, nette Schafe, nette Gespräche.


Ist der nicht hübsch?

Futter!
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Schauspinnen
Morgen Vormittag bin ich zum Schauspinnen hier:
Der Zuchtverband für Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe e.V. wird 25 Jahre alt – aus diesem Grund veranstalten wir am 08./09. August 2009 zusammen mit dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband e. V., dem Hessischen Verband für Schafzucht und -haltung e. V. und der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) eine Bundesschau Skudde
Veranstaltungsort: 35510 Butzbach, Markt- und Reithalle, Strasse der deutschen Einheit, 35510 Butzbach
Darf ich vorstellen:
Ostpreußische Skudde:

Foto: Wikipedia
Rauhwolliges pommersches Landschaf:
Foto: Wikipedia
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Singles fixieren – das Experiment geht weiter
Dem Sauna-Bad im Dampftopf folgt ein Sonnenbad:

Die beiden Knäule und die Strängelchen liegen auf einem tea towel (einem Küchenhandtuch aus England), das mit verschiedenen Schafrassen bedruckt ist, deswegen sieht das so komisch aus.
Die Knäule fühlten sich warm, aber nicht nass an, als ich sie aus dem Topf genommen habe; die Knäuel wirken “aufgeplusterter”, das Loch in ihrer Mitte ist “weg”. Sie haben also Wasser aufgenommen, aber nicht soviel, daß sie “nass” sind (Wolle kann ja wohl 1/3 ihres Eigengewichts aufnehmen, ohne sich nass anzuführen, oder?)
Die Strängelchen fühlen sich feucht an, haben aber nix von ihrem Glanz eingebüßt, eher im Gegenteil (kann das sein???).
Mal schauen, wie’s weitergeht.
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Singles fixieren – das Experiment hat begonnen
So. Ich wage es.
Die Wolle in den Topf, Wasser unter den Einsatz, Deckel drauf.
Mit der spanischen Merino fahren drei Test-Strängelchen – einmal Wolle/Seide 50/50, einmal Babykamel und einmal reines Mohair – einfach damit ich mal schauen kann, ob/wie sich das Garn im Wasserdampf verändert, ob die Seide z.B. ihren Glanz verliert.

Topf auf den Herd, Feuer drunter.

Solange Feuer drunter, bis der Nupsi oben am Deckel ganz draußen ist.

Warten. Bis der Topf abgekühlt ist. Hoffen…
Derzeit kühlt der Topf ab und ich habe nicht mehr zu berichten, als daß der beste Ehemann von allen grummelt, daß es in der Küche nach naßer Wolle riecht.
Später mehr.
Wie gesagt, ich habe dieses Verfahren noch nie genutzt; Wiebke (ohne Blog) bei uns im meet-to-knit-Kreis, macht das aber seit Jahren und ihre Ergebnisse sind wirklich überzeugend.
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Single Lace Garn im Topf
Ich mag Single-Garne. Und seitdem ich zum meet-to-knit Geburtstag ein Single-Lacegarn geschenkt bekommen habe, das auch erfolgreich verarbeitet habe und das fertige Tuch sehr gerne habe, liegt die Überlegung nahe, die Nobel-Fasern, die ich mir zum Jahr der Naturfasern gegönnt habe, zumindest teilweise zu Lace-Singles zu verarbeiten.

Schon länger auf den Spulen liegt Spanische Merino, die ich nicht verzwirnen wollte, von der ich aber auch nicht wußte, wie ich sie als Single fixieren könnte.
Jetzt hat mir Wiebke den Tip mit dem Dampfkochtopf gegeben und ich bin startklar:

Vom Prinzip her geht’s so: Wasser in den Topf, Einsatz in den Topf, Wolle in den Einsatz, aufkochen, bis Druck da ist, abkühlen lassen, bis Druck weg ist, Wolle trocknen, stricken.
Ich werde es testen, zuerst mit der Spanischen Merino, bei der ich mich nicht zu sehr ärgere, wenn’s nicht klappt. Mitfahren wird ein winziges Test-Strängelchen Wolle-Seide, damit ich gucken kann, was die Seide zu dem Verfahren zu sagen hat.
Ich werde berichten.







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